Wie nutzten die Schweizer das Internet 2015?

An diesem regnerischen Wochenende mache ich mich auf die Spurensuche nach aktuellen Nutzerkennzahlen 2015. Ich verwende diese Kennzahlen als Grundlage für die Beratung meiner Kundinnen und Kunden. Damit auch Sie davon profitieren, fasse ich meine Ergebnisse in diesem Blogbeitrag zusammen - schliesslich habe ich mir zum Ziel gesetzt, den Leserinnen und Lesern einen Mehrwert zu bieten!

Für was braucht man Online-Nutzungskennzahlen? Sie werden als Grundlage und Entscheidungskriterium für die Kommunikationsstrategie eines Unternehmens verwendet. Anhand von allgemeinen Online-Kennzahlen entscheide ich, ob die gewählte Zielgruppe eines Unternehmens über Online-Kanäle wie die Webseite, soziale Medien, Blogs usw. erreicht werden kann. Je nach dem, auf welchen Geräten (Desktop, Laptop, Tablet, Smartphone) und in welchen Kanälen sich die zu ansprechende Gruppe bewegt, wähle ich die entsprechenden Online-Kommunikationskanäle aus (für die gesamte Strategie oder für Teilstrategien wie Kampagnen, Projekte und Events, Produktkommunikation usw.). 

Aktuelle Nutzerzahlen 2015 - das Wichtigste

In meiner Recherche hat sich herauskristallisiert, dass sich viele Expertenbeiträge in Fachblogs auf die Kennzahlen von Net-Metrix stützen. Vom Bundesamt für Statistik werden sie beispielsweise offiziell verwendet. Die Statistiken zeigen auf, wie die Schweizer das Internet im 2015 und in den vorangehenden Jahren genutzt haben. Spannende Trends sind dabei feststellbar.

So surften die Schweizer 2015

  • 87.4 % der Bevölkerung über 14 Jahren benutzten das Internet von Oktober 2014 bis März 2015 mindestens einmal. Der Anteil der regelmässigen Nutzer liegt bei 83 %.
  • Männer (87.7 %) nutzen das Internet mehr als Frauen (77.8 %).
  • Je höher das Einkommen ist, desto mehr wird das Internet genutzt.
  • Je höher das Bildungsniveau ist, desto höher ist die Online-Nutzung.
  • 53 % der Menschen ab 60 Jahren nutzen das Internet regelmässig.
  • Das Internet wird zuhause mehr genutzt (81 %) als im Geschäft (47 %).
  • Die Tessiner (75 %) nutzen das Internet weniger als die Deutschschweizer (83 %) und die Romands (82 %).
  • Der Anteil der Nutzer des mobilen Internets machte im Frühling 2015 etwa 39 % der Gesamtbevölkerung aus.

Interessante Facts zu ausgewählten Zielgruppen

  • Digital Natives (14 bis 19 Jährige) nutzen am liebsten Whatsapp (76 %). Facebook ist bei dieser Zielgruppe zurückgefallen (46 %). Twitter befindet ist mit 11 % am wenigsten beliebt. (Quelle: MUI-Studie 2015)
  • Das Smartphone gewinnt bei der Social Media Nutzung bei allen Zielgruppen an Relevanz. Bemerkenswert ist, dass  die Silver Surfers (Menschen ab 60 Jahre) das Smartphone richtiggehend entdeckt haben: Sie setzen es 2015 zur Nutzung der sozialen Medien doppelt so häufig ein als im Vorjahr (+ 104.8 %).

Nutzer-Zahlen Social Medias 2015 (Quelle: Go4Media, Ringier)

Facebook
Per Ende 2015 nutzen 3,55 Millionen aktiv Facebook in der Schweiz. (+ 4 Prozent mehr als im 2014). Rund jeder zweite Schweizer mit Internetzugang ist auf Facebook aktiv. 

Davon 80 % auch Mobile-User. 48 % Frauen, 52 % Männer. Nutzerzahl zwischen 15– bis 50-Jährigen leicht stagnierend. Zunahme bei ü50. 

Twitter
Rund 228'000 Nutzer in der Schweiz, davon 43'000 im DE-Sprachraum.

Instagram
870'000 aktive Nutzer, davon 490'000 aus dem deutschsprachigen Raum. 51 % Frauen, 49 % Männer.

Youtube
3,8 Mio. aktive Nutzer. 50 % über Mobile.

Die wichtigsten Zahlen und Fakten aus verschiedenen vertrauenswürdigen Quellen habe ich für Sie in einer Präsentation zusammengetragen. Klicken Sie auf folgendes Bild:

Die wichtigsten Online-Nutzungskennzahlen 2015 auf Slideshare

Mit einem Klick die Kennzahlen auf Slideshare anschauen.

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Weiterführende Informationen

Online-Nutzung in der Schweiz (Zitate und Quelle: BFS)

Entwicklung

„Nachdem Ende der 90er Jahre die Internetnutzung in der Schweiz sprunghaft zugenommen hatte, hält sich dieser Trend der Zunahme bis ins Jahr 2015, allerdings verlangsamt. 

Von Oktober 2014 bis März 2015 gaben 87,4 % der Bevölkerung über 14 Jahren an, das Internet in den vergangenen sechs Monaten mindestens einmal benutzt zu haben (WNK). Der Anteil an regelmässigen Benutzern, das heisst die Befragten, die das Internet täglich oder mehrmals pro Woche benutzen (ENK), liegt im gleichen Zeitraum bei 83 %."

Aus den hier präsentierten Zahlen lässt sich folgern, dass das Internet mittlerweile zu einem alltäglichen Medium geworden ist. Innert nur 20 Jahren hat die Internetnutzung in der Schweizer Gesellschaft hinsichtlich der Nutzungshäufigkeit zunehmend Verbreitung gefunden, obwohl Nutzungsunterschiede hinsichtlich verschiedener Merkmale wie Geschlecht, Bildungsstand, Einkommen, Alter, oder auch Sprachregion bestehen."

Internetnutzung nach Alter

„Im Frühling 2015 weist die Altersgruppe von Personen ab 70 Jahren eine deutlich geringere Internetnutzung (ENK) auf als beispielsweise jene der 14-19 Jährigen (99 % im Vergleich zu 39 % für erstere). 

Obwohl immer mehr Menschen in gehobenem Alter das Internet regelmässig benutzen, gibt es keine Anzeichen einer baldigen Angleichung der Zahlen zur Internetnutzung zwischen der Altersklasse der unter 30-Jährigen (98 %) und jener ab 60 Jahren (53 %).“

Bildungsniveau

"Die Internetnutzung variiert stark nach Bildungsniveau. Im Frühling 2015 die Nutzungsquote von Personen des ENK mit Abschluss auf Tertiärstufe (Hochschulen) markant höher (97 %) als diejenige von Personen mit einem Abschluss auf der Sekundarstufe II (82 %). Sie liegt am tiefsten bei Personen mit einem Abschluss der obligatorischen Schule als höchstem Schulabschluss (65 %)."

Desktop oder mobile

"Die Personen vom „engeren Nutzerkreis“ (ENK), die am privaten Wohnsitz das Internet nutzen, stellen im Frühling 2015 81% der Bevölkerung dar. Am Arbeitsplatz beträgt der Anteil an der Bevölkerung 47 %.

Erwähnenswert ist dabei, dass sich dieser Umstand zu Beginn der Internetverbreitung gerade umgekehrt präsentierte. Bis ins Jahr 2000 wurde das Internet im Büro häufiger genutzt als zu Hause. Das Vordringen des Internets in die Privatsphäre zeigt, dass es wirklich zum Alltagsmedium geworden ist.

Ausserdem hat in den letzten Jahren die mobile Internetnutzung stark zugenommen. Der Anteil der Nutzer mobilen Internets macht im Frühling 2015 etwa 39 % der Gesamtbevölkerung aus."

Sprachregionen

"In Hinblick auf die enge Internetnutzung (ENK) in der Schweiz nach Sprachregionen lässt sich feststellen, dass diese Nutzergruppe in der Deutschschweiz (83 %) stark, und in der Französischen Schweiz (82 %) etwas weniger ausgeprägt vertreten ist. Im Vergleich hierzu ist die Internetnutzung in der Italienischen Schweiz schwächer (75 %)."

Nutzungsdauer

"Im Jahr 2014 (42 %) wie auch im Jahr 2010 (44 %) lag die durchschnittliche Dauer der Internetnutzung pro Woche bei den meisten Internetnutzerinnen und -nutzern 1 bis 5 Stunden. 
Der Vergleich mit den vorhergehenden Jahren zeigt aber, dass die Dauer der Internetnutzung stark zugenommen hat. Der Anteil der Internetnutzerinnen und -nutzer, die am wenigsten lange online sind, ist gesunken, während gleichzeitig die Zahl der Internetnutzerinnen und -nutzer, die das Internet sechs bis zehn Stunden pro Woche nutzen, und die Zahl der Personen, die über 15 Stunden pro Woche online sind, angestiegen sind."

Quellen
www.bfs.admin.ch
www.bernetblog.ch
www.net-metrix.ch
www.go4media.ch (Ringier)
www.yr-group.ch

Ausblick: Online-Trends

Im nächsten Blog werde ich mich im Rahmen eines Fazits den Online-Trends zuwenden. Welche Entwicklungen im Internet sollten bei der Neukonzeption einer Webseite oder dem Einsatz der sozialen Medien berücksichtigt werden? Es gibt viel zu erzählen, bald packen wir es an!

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